Abakus

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Aba|kus 〈m.; -, -〉
2. Säulendeckplatte über dem Kapitell
[<lat. abacus <grch. abax „Brett“]

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Aba|kus ['a(:)bakʊs], der; -, -se u. …ki [lat. abacus < griech. ábax (Gen.: ábakos); H. u.]:
1.
a) Rechen- od. Spielbrett der Antike;
b) Rechengerät, bei dem die Zahlen durch auf Stäben verschiebbare Kugeln dargestellt werden.
2. (Archit.) obere Platte auf dem Säulenkapitell.

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I
Abakus
 
[lateinisch, von griechisch ábax, ábakos »Tafel«, »Brett«] der, -/-,  
 1) Architektur: die das Kapitell oben abschließende quadratische Deckplatte.
 
 
 2) Kulturgeschichte: im Altertum das Spielbrett, die Tischplatte, der Prunktisch zur Aufstellung kostbaren Geschirrs, die Wandverkleidung aus Stuck- und Marmorplatten.
 
 3) Mathematik: griechisch Abạkion, seit dem Altertum bis zum Aufkommen des Rechnens mit indisch-arabischen Ziffern (15./16. Jahrhundert) für die vier Grundrechnungsarten benutztes Rechenbrett (-tisch oder -tuch) mit frei beweglichen oder in Rillen oder Schlitzen geführten Rechensteinen, von deren Lage ihr Wert abhängt. Hieraus entstand ein noch heute in Russland und Ostasien gebräuchliches Rechengerät, bei dem die Zahlen durch auf Stäben verschiebbar angebrachte Kugeln dargestellt werden: Beim russischen Stschoty befinden sich auf den Stäben jeweils zehn Kugeln, beim chinesischen Suanpan jeweils sieben Kugeln, wobei die Kugeln der beiden abgetrennten oberen Reihen den fünffachen Wert der übrigen Kugeln haben, beim japanischen Soroban nur fünf Kugeln, von denen je eine mit dem fünffachen Wert abgeteilt ist.
 
 
 
O. Becker: Das mathemat. Denken der Antike (21966);
 P. Moon: The abacus,. .. (London 1971);
 K. Menninger: Zahlwort u. Ziffer (31979).
 
II
Abakus
 
[zu griech. abax, abakos, dt. »Tafel«, »Brett«] der, seit dem Altertum bis zum Aufkommen des Rechnens mit indisch-arabischen Ziffern (im 15. /16. Jahrhundert) für die vier Grundrechenarten benutztes Rechengerät mit frei beweglichen oder in Rillen bzw. Schlitzen geführten Rechensteinen, deren Wert von ihrer Lage abhängt. Dazu wurden neben entsprechend gearbeiteten Brettern auch Tische oder bemalte Tücher verwendet. Hieraus entstand ein noch heute in Russland und Ostasien gebräuchlicher Rechenapparat, bei dem die Zahlen durch Kugeln (manchmal auch Scheiben) dargestellt werden, die auf Stäben verschiebbar angebracht sind. Bei dem russischen Stschoty befinden sich auf jedem Stab zehn Kugeln; beim japanischen Soroban finden sich nur fünf Kugeln auf jedem Stab, von denen je eine abgeteilt ist, die den fünffachen Wert darstellt. Der chinesische Suanpan hat jeweils sieben Kugeln, wobei die Kugeln der beiden abgetrennten oberen Reihen den fünffachen Wert der übrigen Kugeln haben.

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Aba|kus ['a(:)bakʊs], der; -, - [1: lat. abacus < griech. ábax (Gen.: ábakos); H. u.]: 1. a) Rechen- od. Spielbrett der Antike; b) Rechengerät, bei dem die Zahlen durch auf Stäben verschiebbare Kugeln dargestellt werden: Andere Arbeitsgruppen stellen Moleküle her, die die Funktionen eines einfachen A. übernehmen können (SZ 10. 8. 95, 20). 2. (Archit.) obere Platte auf dem Säulenkapitell.

Universal-Lexikon. 2012.

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